Die Hagos ist über 100 Jahre alt - und so stark, wie nie!

Keiner der Gründungsväter der Hagos dürfte damals, am Beginn der Weimarer Republik, geahnt haben, dass sich die Genossenschaft zum führenden Großhandel für alle Produkte rund um den traditionellen Kachelofenbau im deutschsprachigen Raum und im angrenzenden Ausland entwickeln würde.

Denn anfänglich ging es den Kachelofenbauern nur darum, ihre Stellung am Markt zu verbessern. Sie wollten die Öfen, die sie in Wohnungen und Häusern verbauten, selbst einkaufen und die Versorgung nach dem Krieg mit Ofenbaumaterialien sicherstellen.

Bis dahin war die gängige Praxis, dass die Baugesellschaften die Öfen direkt von den Herstellern bezogen und die Ofenbauer nur für das Anschließen der Anlagen engagierten. Mit der Gründung der Hagos 1919 änderte sich das rasch.

Über 100 Jahre Firmengeschichte im Überblick

Zu Beginn der Weimarer Republik tun sich die Kachelofenbauer schwer, ihr Auskommen zu sichern. Um dies zu ändern, gründen 70 Ofenbauerkollegen eine Genossenschaft. Ihr gemeinsames Ziel: die Stellung am Markt und damit ihre wirtschaftschaftliche Situation zu verbessern. 100 Jahre später ist daraus der führende Großhandel für alle Produkte rund um den traditionellen Kachelofenbau im deutschsprachigen Raum und im angrenzenden Ausland entstanden.

1919

70 Ofenbauer gründen in Stuttgart die Einkaufs- und Lieferungsgenossenschaft für das Hafnergewerbe e. G. m. b. H.

1927

Die Hagos zieht in ein großes Anwesen in der Hauptstätter Straße in Stuttgart.

1944

Bei schweren Luftangriffen auf Stuttgart wird der Firmensitz in der Hauptstätter Straße sowie weitere Lagerräume zerstört. Die Gebäude werden nach dem Krieg langsam wieder aufgebaut.

1949

Nach der Währungsreform und Gründung der Bundesrepublik Deutschland setzt ein starkes Umsatzwachstum bei der Hagos ein. Die Zweigniederlassungen in München und Ulm, ein Jahr später in Nürnberg, entstehen.

1955

In der „Wirtschaftswunder-Zeit“ bewirken der staatliche geförderte Wohnungsbau und die erhöhte Nachfrage nach Ölöfen eine enorme Umsatzsteigerung auch bei der Hagos.

1962

Die Hagos zieht in die Industriestraße 62 in Stuttgart-Vaihingen, bis heute der Sitz der Zentrale.

1973

Auf die Ölpreiskrise reagiert die Genossenschaft mit der Rückbesinnung auf den klassischen holzbefeuerten Kachelofen.

1975

Unter dem Titel „500 Jahre Kachelofen“ organisiert die Hagos in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Bonn eine viel beachtete Pressekonferenz. Danach ist der Kachelofen in allen Zeitungen präsent und die Nachfrage steigt rasant. Das enorme Informations-Bedürfnis der Endverbraucher nach fundierter Auskunft befriedigt die Genossenschaft mit der Gründung der „Informationsstelle Kachelofen“ (IKO).

1976

Alle Zweiglager veranstalten zum ersten Mal eine Fachmesse für das Handwerk in den umgebauten Lagerräumen. Die Idee wird weiterentwickelt und ab dem Jahr 2000 findet für die Ofenbauer alle zwei Jahre eine zentrale Hagos Börse in der Messe Stuttgart statt.

1980

Traditionell sind Kachelöfen in Süddeutschland stark nachgefragt. Durch ihre steigende Beliebtheit in Richtung Norden entstehen die Niederlassungen in Bad Salzuflen, später auch in Groß-Umstadt.

1989

Nach dem Mauerfall eröffnet die Hagos Niederlassungen bei Halle, in Gräfenwarth und später in Wittstock.

2007

Um den österreichischen Markt und Teile des italienischen zu erschließen, wird die Wienerberger Ofenkachel GmbH mit Sitz in Mattersburg gekauft.

2017

Die Hagos übernimmt in Osnabrück den Mitbewerber ETO Engels & Tegeler GmbH. 2019 werden die Niederlassung Bad Salzuflen und Osnabrück in Borgholzhausen zusammengelegt.

2019

Zum 1. Januar ist die Genossenschaft neue Eigentümerin der HAFA Hafnerei Fachgroßhandel Schmid & Staber GmbH in Riedering. Mit dem Kauf erhöht die Hagos ihre vertrieblichen Anstrengungen in Bayern und Tirol.

Genossenschaft – den Mitgliedern verpflichtet

Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) - so hieß der Gründervater der Genossenschaftsidee für das Handwerk in Deutschland. Er rief eine Hilfsaktion ins Leben, die den in Not geratenen Handwerkern zugutekam, 1847 gründete er die „Rohstoffassoziation“ für Tischler und Schuhmacher.

Genossenschaften sind Wertegemeinschaften. Sie agieren mit ihrem Selbstverständnis weit über reine Wirtschaftsziele hinaus. Vielmehr arbeiten sie nach grundlegenden Werten wie der Selbsthilfe und der Selbstverantwortung. In der Genossenschaft lebt die Demokratie: jedes Mitglied ist gleich, im Verbund wird solidarisch gehandelt. Die Genossenschaft verfolgt einen hohen moralischen Anspruch. Es sind Werte wie Ehrlichkeit, Offenheit, Sozialverantwortlichkeit und das Interesse an anderen, welche das Handeln bestimmen. 2016 nahm die UNESCO die Genossenschaftsidee sogar in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

Die Zahlen zeigen, die Genossenschaft ist ein wichtiger Baustein der Wirtschaft. Auch nach über 150 Jahren ist sie eine treibende und tragende Kraft in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens: Mit 22,6 Millionen Mitgliedern, organisiert in über 7.000 Genossenschaften, ist diese Geschäftsform die mit Abstand größte Wirtschaftsorganisation in Deutschland.

Auch im Ofenbau hat sich der Verbund seit über 100 Jahren bewährt: Fast 1.400 Ofenbauer aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien sind Mitglied der Hagos. Sie gestalten die Geschäftsprozesse mit und profitieren gleichzeitig am meisten davon. Finanziell vor allem durch die jährliche Warenrückvergütung. Nutzen aus dieser starken Gemeinschaft ziehen freilich alle Kunden der Hagos, nicht nur die Mitglieder. Denn als großer und unabhängiger Verbund der Ofenbauerbetriebe kann die Genossenschaft mit ihren Mitgliedern, Kunden und Geschäftspartnern mehr am Markt bewegen als jeder Einzelne für sich.

Unser hoher sozialer Anspruch spiegelt sich in unserem Engagement - innerhalb und außerhalb der eigenen Branche.

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