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Betriebstypisierung für die Knochenmarkspende

Club der 1000

Als langfristiger Partner der DKMS gehört die Hagos zum Club der 1000, einer Gemein- schaft von Unternehmen unter- schiedlicher Größe, die die Spenderdatei mit mindestens 1000,- € im Jahr unterstützen.

Alles fing mit einem Registrierungsaufruf für eine junge Frau in Stuttgart an. Für sie wurde in verschiedenen Medien ein Stammzellspender gesucht. Insgesamt meldeten sich 3500 Personen als potentielle Knochenmarkspender an und tatsächlich konnte ein passender Spender gefunden werden. Auch die Hagos wollte helfen und forderte alle Mitarbeiter auf, sich registrieren zu lassen. 32 sind dem Aufruf gefolgt und stehen jetzt als potentielle Spender auch anderen Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind, zur Verfügung.

Keinerlei Aufwand für den Spender

Eine Hagos-Mitarbeiterin beschreibt ihre Motivation, an der Betriebstypisierung teilzunehmen, folgendermaßen: „Ich wollte mich eigentlich schon länger bei der Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen, habe bislang aber immer den Aufwand und die Kosten gescheut. Als dann der Aufruf im Betrieb erfolgte, kam mir das sehr gelegen.“ Sowohl zeitlich als auch finanziell wird die Registrierung vom Betrieb getragen. D. h. die Mitarbeiter erhalten über den Betrieb ein Registrierungsset, füllen alles in ihrer Arbeitszeit aus und brauchen nur eine Speichelprobe abzugeben. Dafür ist in dem Set ein Wattestäbchen in einem kleinen Röhrchen vorgesehen. Nochmal die Hagos-Mitarbeiterin: „Es wird einem wirklich so einfach wie möglich gemacht, man muss nicht mal Blut abgeben wie sonst eigentlich üblich bei einer Registrierung als Knochemarkspender.“

Setcard und Wattestäbchen zur Typisierung

Spender müssen gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt sein

Sofern einer der 32 Hagos-Mitarbeiter in Zukunft als Spender in Frage kommt, wird er direkt von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) kontaktiert. Für den Spender entstehen im Weiteren keinerlei Kosten. Er kann sich jederzeit wieder aus der Datei löschen lassen. Da die Gewebemerkmale von Patient und Spender für eine erfolgreiche Transplantation nahezu 100%ig übereinstimmen müssen, liegt oft eine lange Zeitspanne zwischen der Registrierung und dem tatsächlichen Bedarf der Knochenmarkspende. Die Hagos-Mitarbeiterin: „Eine Übereinstimmung wäre toll, dann könnte ich wirklich jemandem helfen, aber bis dahin kann natürlich alles mögliche passieren. Wenn ich zum Beispiel selber krank sein sollte oder schlicht schon zu alt, dann geht es nicht mehr.“ In die Datei aufgenommen werden nur gesunde Menschen zwischen 17 und 55 Jahren.

Spende erfolgt meistens ohne Operation über Blutabgabe

Ist ein passender Spender gefunden, werden die Stammzellen in ca. 80 Prozent der Fälle der Blutbahn entnommen. Es ist keine Operation notwendig. Dem Spender wird über fünf Tage hinweg der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht. Dieses Medikament steigert die Anzahl der Stammzellen im peripheren Blut, die dann über ein spezielles Verfahren direkt aus dem Blut gewonnen werden. Die Spende dauert 4-8 Stunden an ein bis zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Dieses Verfahren wird bei der DKMS seit 1996 angewandt. Während der Gabe des Medikaments können grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand nicht bekannt.

Das Knochenmark kann auch direkt entnommen werden

In 20 Prozent der Fälle muss das Knochenmark unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm entnommen werden. Hierbei genügen in der Regel zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens. Die Entnahme erfolgt in Bauchlage und dauert etwa 60 Minuten. Bei der Knochenmarkspende beschränkt sich das Risiko im Wesentlichen auf die Narkose. Nach der Entnahme kann für wenige Tage ein lokaler Wundschmerz entstehen – ähnlich dem einer Prellung. Innerhalb von etwa zwei Wochen regeneriert sich das Knochenmark beim Spender.

Betriebstypisierung kann jedes Unternehmen durchführen lassen

Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, Kind oder Erwachsener gleichermaßen. Nur ein Drittel der Erkrankten findet innerhalb der eigenen Familie einen passenden Spender. Jeder Fünfte Patient sucht vergeblich einen Spender. Mit Hilfe einer Stammzellspende kann der Blutkrebs besiegt werden. Je mehr Menschen sich für eine Spende registrieren lassen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein passender Spender gefunden wird. Eine Betriebstypisierung potenziert die Chance auf einen geeigneten Spender.