Key Visual

Kachelöfen haben eine lange Tradition

Von den offenen Feuerstellen der Urzeit abgesehen, dürfte der Kachelofen das älteste Heizgerät sein. Der Wärmespender mit der längsten Tradition ist er sicherlich.

Als Vorläufer des heutigen Kachelofens kann man den Pfahlbauofen aus der Bronzezeit um 2500 v. Chr. ansehen. Bei dieser im Alpengebiet und im süddeutschen Alpenvorland entstandenen Urform des Kachelofens handelte es sich um Feuerstätten, die aus Steinen und Lehm aufgebaut waren. Die Steine hatten damals bereits die Aufgabe, die Wärme zu speichern.

Die weitere Entwicklung des Kachelofens erfolgte ebenfalls im Alpenraum. In den weichen Lehm des Ofenmaterials wurden aus Ton gefertigte Töpfe eingedrückt, um damit die Wärme abstrahlende Oberfläche zu vergrößern.

Der eigentliche Kachelofen, dessen Ummantelung ausschließlich aus Kacheln besteht, war erst möglich, als es den Töpfern gelang, aus den runden, keramischen Schüsseln quadratische Kacheln mit angeformten Rändern zu fertigen. Diese Entwicklung geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Der Kachelofen machte dann in seiner äußeren Gestaltung alle Baustile mit, von der Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Biedermeier über die Gründerzeit und den sich daran anschließenden Jugendstil bis in unsere Tage. Eine Blütezeit für die Kunst des Kachelofens war das 16. und 17. Jahrhundert.

Der wahrscheinlich älteste Kachelofen einer auch heute noch üblichen Bauart dürfte in der Landesfürstlichen Residenz in Meran zu finden sein. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Kunsthistoriker meinen, daß auch die alten Römer an der Entwicklung des Kachelofens mitgewirkt haben. Zumindest weist das Wort "caccabus" darauf hin. Ein Caccabus war ein einseitig offener Hohlzylinder. Man reihte sie aneinander und erstellte damit Gewölbe für Brenn- und sonstige Öfen. Aus "caccabus" dürfte sich das Wort "Kachel" gebildet haben.

Die Entwicklung des Kachelofens führte in logischer Konsequenz von den einzeln eingedrückten Kacheln zum Kachelmantel. Dabei erkannten die Menschen recht schnell, daß diese vom Hafner gefertigten Kacheln eine Möglichkeit zur künstlerischen Gestaltung boten. Nicht nur Fürsten, auch einfache Bauern ließen sich ihren Kachelofen "maßschneidern".

Heute lassen sich ganze Stilepochen an den vielen noch erhaltenen Kachelöfen der vergangenen Jahrhunderte nachweisen.

Neben der Anpassung der äußeren Gestaltung hat man es aber auch verstanden, den Kachelofen in diesen Epochen auch technisch weiterzuentwickeln. Kachelöfen sind deshalb überliefert und modern zugleich:
    überliefert, weil sie im wesentlichen nach alten und bewährten Regeln gebaut werden;
    modern, weil sie praktisch alle heute vorkommenden Energiearten und eine Vielzahl von Heiztechniken ausnutzen können.

Sie können heute unter vielen Bauarten wie z. B. Grundkachelöfen, Holzbrandkachelöfen, Warmluftkachelöfen, Warmluftkachelöfen mit nachgeschalteten keramischen Heizgaszügen oder mit Warmwasserheizungsteil, mit Backraum etc. wählen, ganz nach den persönlichen Vorstellungen und Bedürfnissen.

Kategorie: Kachelöfen

< zurück zu Presse