EWärmeG

Für wen gilt das Gesetz?

Das Gesetz gilt für alle am 1. Januar 2009 bereits errichteten Gebäude, soweit sie unter Einsatz von Energie beheizt werden.

Das Gesetz zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie in Baden-Württemberg (Erneuerbare Wärme Gesetz - EWärmeG) wurde 2015 erneuert. Die Novelle ist am am 01.07.2015 in Kraft getretent. Es hat nur für das Bundesland Baden-Württemberg Gesetzeskraft.

Fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Ebenso ist zur Gewiss­heit geworden, dass der übermäßige Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) entscheidend zur Veränderung des Klimas mit seinen verheerenden Auswirkungen wie Umweltkatastrophen, extreme Hitze und Dürre­perioden beiträgt.

Ziel des Gesetzes ist es, die anteilige Nutzung erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung von Wohngebäuden als verbindlichen Standard einzuführen. Die dadurch erzielte Einsparung fossiler Brenn­stoffe trägt zum Klimaschutz bei.

Das Gesetz soll dazu beitragen, die Gesamtsumme der Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg im Vergleich zu den Gesamtemissionen des Jahres 1990 bis zum Jahr 2020 um mindestens 25 Prozent und bis zum Jahr 2050 um 90 Prozent zu verringern.

Das EWärmeG spricht alle Besitzer/Vermieter von ...

... Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden wie Büros oder Hotels an, die die zentrale Heizungsanlage (den Zentralheizungskessel) erneuern müssen. Dann muss zwingend mindestens 15 % des Wärmebedarfs (Gebäudeheizung/Raumwärme und Warmwasserbereitung ) mit erneuerbarer Energie gedeckt werden. Die Verpflichtung ist spätestens innerhalb von 18 Monaten nach Inbetriebnahme der neuen Heizanlage zu erfüllen und der zuständigen Behörde nachzuweisen.

Ausgenommen, 15 % des Wärmebedarfs mit erneuerbarer Energie zu decken, sind unter anderen:

  • Wohngebäude, die für eine Nutzungsdauer von weniger als vier Monaten jährlich bestimmt sind
  • Wohngebäude mit einer Wohnfläche von weniger als 50 m²
  • Nichtwohngebäude mit weniger als 50 m² Nettogrundfläche
  • Betriebsgebäude, die überwiegend zur Aufzucht oder zur Haltung von Tieren genutzt werden
  • Betriebsgebäude, soweit sie nach ihrem Verwendungszweck großflächig und lang anhaltend offen ge halten werden müssen
  • unterirdische Bauten
  • Unterglasanlagen und Kulturräume für Aufzucht, Vermehrung und Verkauf von Pflanzen
  • Traglufthallen und Zelte

Wie kann man das EWärmeG erfüllen?

Bei Einzelraumfeuerungsanlagen ist die Pflicht erfüllt, wenn (alternative Aufzählung):

1. ein Kamineinsatz oder ein Heizeinsatz für Kachel oder Putzöfen mit einem Mindestwirkungsgrad von 80 Prozent, in dem ausschließlich naturbelassenes stückiges Holz eingesetzt wird, oder

2. ein Grundofen, in dem ausschließlich naturbelassenes stückiges Holz eingesetzt wird, oder

3. ein Ofen entsprechend DIN EN 14785: 2006-09, einschließlich Berichtigung 1: 2007-10, zur Verfeuerung von Holzpellets mit einem Mindestwirkungsgrad von 90 Prozent

zum Einsatz kommt.

Die Einzelraumfeuerungsanlage muss mindestens 30 Prozent der Wohnfläche überwiegend beheizen oder mit einem Wasserwärmeübertrager ausgestattet sein. Eine Einzelraumfeuerungsanlage nach Nummer 1 bis 3, die bis zum 30. Juni 2015 in Betrieb genommen wurde und mindestens 25 Prozent der Wohnfläche überwiegend beheizt, gilt in Wohngebäuden als Erfüllung der Nutzungspflicht zu zwei Dritteln.

Die 15 Prozent sind auch mit anderen Anlagen zu erreichen, zum Beispiel mit

  • einer solarthermischen Anlage mit einer Größe von 0,04 m² Kollektorfläche/m² Wohnfläche oder
  • mit einer Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 (elektrisch) bzw. 1,3 (fossil) zur Deckung des gesamten Wärmebedarfs oder
  • mit einer für den gesamten Wärmebedarf konzipierten Heizanlage, die mindestens für 15 Prozent des Brennstoffbedarfs mit Biogas oder Bioöl versorgt wird, oder
  • mit einer Biomasse-Zentralheizung (z.B. Pellet-Heizung oder Scheitholzkessel

Der Gesetzgeber favorisiert die Möglichkeit, mit einem Kachelofen oder Heizkamin (Mindestwirkungsgrad 80 %) den Pflichtanteil mit erneuerbarer Energie durch eine energiesparende Variante, die neben modernster Technik auch die "wohnlichste" ist, abzudecken. Ein Kachelofen oder Heizkamin setzt gestalterisch Akzente und ist eine effiziente Heizung ohne "Leitungsverluste", denn die gesamte produzierte Wärme aus dem CO-neutralen Brennstoff Holz verbleibt im Aufstellraum oder in den angrenzenden Räumen, die über Schächte mit der Anlage verbunden sind.

Wassergeführte Öfen

Der Kachelofen oder Heizkamin mit einem Wasseraufsatz oder im Einsatzkörper integrierten Wärmetauscher verbindet die Gemütlichkeit einer solchen energiesparenden Anlage, die ebenfalls die Anforderungen nach dem EWärmeG erfüllt. Mit der Kesseltechnik wird also gleichzeitig Ofenwärme für die unmittelbare Raumheizung erzeugt und ein Teil der Heizwärme direkt in die Heizungsanlage oder besser einen Pufferspeicher übertragen.

Brennstoff für Kachelöfen und Heizkamine ist Scheitholz. Holz macht keine Schulden bei der Natur, denn es ist der einzige Energieträger, der das Kohlendioxid (CO2), das bei der Verbrennung freigesetzt wird, beim Wachstum der Bäume wieder aufnimmt und speichert.

Holznutzung stärkt die regionalen Waldbauern bei der unerlässlichen Pflege der Wälder und tut damit den Wäldern gut. Holz (auch als Holzpellets aus naturbelassenem Restholz ohne Zugabe von Bindemitteln) ist ein in der Region vorhandener Brennstoff mit einer hohen Verfügbarkeit, er ist sicher und kostengünstig auch bei kurzfristigem Bedarf greifbar. Durch die kurzen Transportwege hält sich die Umweltbelastung in Grenzen, was auch zu einem geringeren Kohlendioxidausstoß, Auslöser des EWärmeG, beiträgt.

Pelletöfen

Ebenfalls im Sinne des Gesetzgebers erfüllt der Pelletofen (Mindestwirkungsgrad 90 %) als Warmluftgerät, das den Aufstellraum und angrenzende Räume wärmt oder auch mit integriertem Wärmetauscher dessen dort erzeugte Heizenergie am besten direkt in einen Pufferspeicher geleitet wird, den Anteil erneuerbarer Energien mit Biomasse in Form von Presslingen aus naturbelassenem Restholz der "Pellets".

Wie wird die Einhaltung des EWärmeG überwacht?

Die Bauherren müssen im Regelfall 3 Monate nach Inbetriebnahme der Heizanlage eine Bestätigung bei der örtlichen Baurechtsbehöre vorlegen. Vordrucke sind bei den Baurechtsbehörden erhältlich.

Die Nachweispflichten (Erfüllung) der Anforderung nach dem EWärmeG sind vom Gebäudebesitzer durch einen Sachkundigen bestätigen zu lassen. Das kann der Ofen- und Luftheizungsbauer sein, wenn der Wärmebedarf mit 15 Prozent durch erneuerbare Energien mit einer Einzelraumfeuerstätte (Kachelofen, Heiz­kamin) abgedeckt wird.

Ordnungswidrigkeiten werden sehr streng geahndet. Geldbuße bis zu 100.000,- Euro, wer dem Anteil von 15 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien oder ersatzweise Maßnahmen bei Aus­tausch der Heizungsanlage nicht vollständig nachkommt oder falsche Angaben dazu abgibt.

Eine Geldbuße von bis zu 50.000,- Euro wird fällig, wer dem Nachweis, dass die Verpflichtungen erfüllt wurden, nicht oder nicht rechtzeitig innerhalb der 3-Monats-Frist nachkommt.

Wer kann das Gesetz umsetzen?

Wo/wie finde ich Kachelofenbauer, die bei der Umsetzung/Realisierung der Anforderungen nach dem EWärmeG beraten und solche Anlagen bauen?

Zu Kontakten verhelfen die Innungen der Kachelofen- und Luftheizungsbauer sowie der Fachverbände. Oder Sie suchen sich hier unter Kachelofenbauer einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe.