EEWärmeG

Ausnahmen

Ausgenommen vom Gesetz sind:

  • Gebäude mit einer Nutzfläche < 50 m²
  • Wohngebäude, die für eine Nutzungsdauer von weniger als 4 Monaten jährlich bestimmt sind.

Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) wurde am 06.06.2008 beschlossen und ist zum 01.01.2009 in Kraft getreten. Es ist ein Bundesgesetz und hat für alle Bundesländer Gesetzeskraft.

Das EEWärmeG des Bundes gilt nicht für Altbauten (Gebäude im Bestand). Regelung für solche Gebäude (auch Wohngebäude) können von den Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg mit dem EWärmeG) erlassen werden.

Vorrangiges Ziel des Wärmegesetzes ist es, den Anteil erneuerbarer Energien am Wärmebedarf in Deutschland deutlich zu erhöhen. Das Gesetz (EEWärmeG) gibt mit 14 % bis 2020 eine greifbare Ziel­marke vor. Dieser Ausbau der erneuerbaren Energien soll den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase verringern. In erster Linie dient das Gesetz also dem Klimaschutz.

Was sind erneuerbare Energien?

Erneuerbare Energien, auch regenerative Energien genannt, sind Energiequellen, die nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind. Es handelt sich um Energiequellen, die in so großen Mengen vorhanden sind, dass sie quasi immer zur Verfügung stehen werden. Die Sonne wird noch viele Millionen Jahre scheinen. Aber auch der Erdkern ist so heiß, dass er immer Wärme abgeben wird. Erneuerbar sind aber auch solche Energiequellen, die zwar verbraucht, jedoch reproduziert werden können. Dazu zählt Bio­masse, Energiepflanzen und Holz - können immer wieder neu angebaut werden.

Worin liegt der Vorteil erneuerbarer Energien?

Zum einen sind erneuerbare Energien an kein begrenztes Vorkommen gebunden; sie werden nicht knapp. Zum anderen ist ihre Nutzung für die Bereitstellung von Wärme mit wesentlich weniger Treibhausgas-Emission verbunden als die Verbrennung von Erdgas, Öl oder Kohle. Das schont das Klima und spart wertvolle Ressourcen.

Erneuerbare Energien sind vor Ort vorhanden. Sie müssen nicht wie fossile Energieträger importiert werden. Das macht Deutschland unabhängiger von geopolitisch unsicheren Regionen. Im Inland ent­stehen neue Arbeitsplätze, moderne Technologien entwickeln sich und stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Welche Ziele verfolgt das Wärmegesetz?

Neben dem vorrangigen Ziel, die Nutzung erneuerbarer Energien auszubauen, verfolgt das Gesetz weitere Zwecke. Hier ist die Schonung fossiler Ressourcen ebenso zu nennen wie das Bestreben, unabhängiger von Energieimporten zu werden. Schließlich ist es ein An­liegen der Bundesregierung, für einen Schub in der Weiterentwicklung innovativer Wärmeenergien zu sorgen.

Das EEWärmeG spricht alle Eigentümer von Gebäuden für die ab dem 01. Januar 2009 der Bauantrag gestellt wurde, an. Seit diesem Zeitpunkt muss der Wärmebedarf (Gebäudeheizung/Raumwärme, Warmwasserbereitung und ein eventueller Kältebedarf für die Kühlung) anteilig mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Diese Nutzungspflicht trifft alle Eigentümer, egal ob private, Staat oder Wirtschaft. Das gilt auch für Immobilien, die vermietet werden. Das EEWärmeG muss nicht berücksichtigt werden, wenn der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem Stichtag 01. Januar 2009 gestellt/erstattet wurde. In diesem Fall greift die Nutzungspflicht nicht.

Dennoch empfiehlt es sich auch hier, auf erneuerbare Energien zu setzen. Zum einen hilft der verant­wortungsvolle Umgang mit Ressourcen allen. Zum anderen lohnt es sich angesichts der steigenden Öl- und Gaspreise auch aus wirtschaftlicher Sicht. Außerdem wird die Nutzung erneuerbarer Energien geför­dert.

In welchem Umfang müssen erneuerbare Energien genutzt werden?

Jeder Eigentümer eines neuen Gebäudes muss seinen Wärmeenergiebedarf - abhängig von der konkret genutzten Energiequelle - zu einem bestimmten Anteil mit regenerativen Energiequellen decken. Der vorgeschriebene Anteil der erneuerbaren Energien ist abhängig von der verwendeten Technologie.

Nutzung von Biomasse

Feste Biomasse:

Bei der Nutzung von fester Biomasse muss der Wärmeenergiebedarf (Raumwärme, Warmwasser und Kühlung) zu mindestens 50 % daraus gedeckt werden.

Es dürfen die "klassischen Brennstoffe" (Scheitholz, Holzpellets, Holzhackschnitzel) genutzt werden, die die Anforderungen der Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung (BImSchV) einhalten.

Das Gesetz stellt zusätzlich zu diesem Mindestanteil gewisse ökologische und technische Anforderungen, die den umweltverträglichen Einsatz der Technologien gewährleisten sollen. So muss der Ofen (Heizkessel), in dem feste Biomasse verbrannt wird, dem Stand der BImSchV entsprechen und einen Wirkungsgrad von mindestens 86 % erreichen.

Flüssige Biomasse (Bioöl):

Bei der Nutzung flüssiger Biomasse, wie das Gesetz Pflanzenöle umschreibt (z.B. Pflanzen­methylester [Biodiesel] rein oder in Beimischung zum Heizöl) muss der Wärmeenergiebedarf zu mindestens 50 % daraus gedeckt werden. Pflanzenöl darf nur in einem Heizkessel der besten verfügbaren Technik eingesetzt werden, zur Zeit also in einem Brennwertkessel.

Wichtig: Der Einsatz von Palm- oder Sojaöl gilt vorerst nicht als Pflichterfüllung!

Gasförmige Biomasse:

Bei der Nutzung gasförmiger Biomasse (Biogas oder Biogasbeimischungen zu Erdgas) muss der Wärmeenergiebedarf zu mindestens 30 % daraus gedeckt werden.

Außerdem muss die Nutzung in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (Blockheizkraftwerk) erfolgen. Also Anlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme bereitstellen.

Sonnenenergie (solare Strahlungsenergie):

Die Energie der Sonne kann durch eine solarthermische Anlage genutzt werden. Das Gesetz stellt hierbei auf die Größe des Kollektors und den Typ des Gebäudes ab.

Bei der Nutzung solarer Strahlungsenergie muss der Wärmeenergiebedarf zu mindestens 15 % daraus gedeckt werden.

Für Wohngebäude mit höchstens 2 Wohnungen gilt dies als pauschal erfüllt, wenn mindestens 0,04 m² Kollektorfläche pro m² Nutzfläche installiert werden. Hat das Haus z.B. eine Nutzfläche von 100 m², muss der Kollektor 4 m² groß sein.

Für Wohngebäude mit mehr als 2 Wohnungen gilt die pauschale Erfüllung bei mindestens 0,03 m² Kollektorfläche pro m² Nutzfläche.

Zu beachten ist, dass die Pflicht nur erfüllt wird, wenn der Kollektor mit dem europäischen Prüf­zeichen "Solar Keymark" zertifiziert ist.

Feste Biomasse und Sonnenenergie:

Hier erwähnt der Gesetzgeber die Möglichkeiten, erneuerbarer Energien und deren Nutzungstechnologien miteinander zu kombinieren. Das Gesetz soll individuelle kostengünstige Lösungen ermöglichen und die Entwicklung neuer zukunftsweisender Technologien fördern.

Allerdings wird ein Gebäudeeigentümer, der Maßnahmen kombiniert, nicht besser gestellt als ein Eigentümer, der sich für eine erneuerbare Energie oder Ersatzmaßnahme entscheidet.

Wer also seinen Wärmeenergiebedarf nur zu 7,5 % (statt der vorgeschriebenen 15 %) mit Sonnenenergie deckt und damit seine Nutzungspflicht nur zur Hälfte erfüllt, muss die verblei­bende Hälfte der Pflichterfüllung mit einer anderen Maßnahme erfüllen, z.B. durch die Nutzung von Holzpellets, einem CO-neutralen Brennstoff in einem effizienten Pelletofen zu 25 % statt der vorgeschriebenen 50 %.

Geothermie und Umweltwärme:

Umweltwärme ist eine Wärme, der Luft oder Wasser entnommen wird. In Abgrenzung zur Abwärme muss es sich - vereinfacht ausgedrückt - um natürliche Wärmequellen handeln.

Hinter dem Begriff "Geothermie" versteckt sich Erdwärme, also Wärme, die aus dem Erdinnern kommt. Je nach Tiefe der Bohrung unterscheidet man zwischen tiefer Geothermie (400 m und tiefer) und erdoberflächennaher Geothermie. Während die tiefer gelegenen Erdschichten Wärme mit hohen Temperaturen bergen, muss die erdoberflächennahe Erdwärme mit Hilfe einer Wärmepumpe auf das gewünschte Temperaturniveau angehoben werden. Die Wärmepumpe muss allerdings mit fossilen Brennstoffen (meist Gas), die durch das EEWärmeG zurückgedrängt werden sollen, oder mit Strom betrieben werden.

Bei der Nutzung von Erd- oder Umweltwärme muss der Wärmeenergiebedarf zu mindestens 50 % daraus gedeckt werden.

Elektrisch betriebene Wärmepumpen

Luft/Wasser- und Luft/Luft-Wärmepumpen müssen die Jahresarbeitszahl von mindestens 3,5 aufweisen, alle anderen Wärmepumpen von mindestens 4,0.

Erfolgt die Trinkwassererwärmung ebenfalls durch die Wärmepumpe oder zu einem wesent­lichen Anteil durch andere erneuerbare Energien, beträgt die erforderliche Jahresarbeitszahl bei Luft/Wasser- und Luft/Luft-Wärmepumpen 3,3, bei allen anderen 3,8.

Die Wärmepumpen müssen über einen Wärmemengen- und Stromzähler verfügen, mit welchem die Jahresarbeitszahl (das Verhältnis von eingesetzer Energie [Gas oder Strom] und gewonnener Energie [Wärme], somit also die Effektivität der Wärmepumpe) berechnet werden kann.

Mit fossilen Brennstoffen angetriebene Wärmepumpen

Die Jahresarbeitszahl muss mindestens 1,2 betragen. Ein Wärmemengen- und Brennstoff­zähler, mit welchem die Jahresarbeitszahl berechnet werden kann, muss vorhanden sein.

Gibt es alternative Erfüllungsmöglichkeiten?

Nicht jeder Eigentümer kann erneuerbare Energie nutzen. Und nicht immer ist der Einsatz erneuerbarer Energien sinnvoll. Deshalb können anstelle erneuerbarer Energien andere Maßnahmen ergriffen werden, die ähnlich klimaschonend sind.

Die Nutzung von Abwärme:

Abwärme ist Wärme, die bereits unter Einsatz von Energie gewonnen wurde. Deshalb kann Abwärme keine erneuerbare Energie sein. Dennoch ist die „Wiederverwertung“ von Abwärme sinnvoll, da Ressourcen geschont werden. Wer Abwärme nutzen will, muss mindestens 50 % seines Wärmebedarfs aus Abwärme gewinnen.

Die Nutzung von Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen:

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzt Ressourcen zur Stromerzeugung und gleichzeitig Wärme­gewinnung. Auch hier ist ein Mindestanteil von 50 % vorgegeben.

Die verbesserte Dämmung des Gebäudes, die deutlich über das gesetzlich vorgeschriebene Niveau hinausgeht: Wer sein Haus so dämmt, dass er die Anforderungen nochmals um 15 % unterschreitet als von der Energieeinsparverordnung (EnEV) gefordert wird, verbraucht erheblich weniger Energie und muss deshalb keine erneuerbaren Energien zusätzlich nutzen.

Den Anschluss an ein Netz der Nah- oder Fernwärmeversorgung, sofern dieses zu einem wesent­lichen Teil mit erneuerbaren Energien bzw. zu mehr als 50 % auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung oder Abwärme betrieben wird: auch hier sind Kombinationen möglich.

Wer weder erneuerbare Energien noch Ersatzmaßnahmen ergreifen kann, ist von der Nutzungspflicht befreit. Führen Maßnahmen im Einzelfall zu unzubilligender Härte, kann die zuständige Landesbehörde den Bürger von der Nutzungspflicht befreien.

Gibt es Ausnahmen?

Hauseigentümer können in bestimmten Ausnahmefällen sowohl von der Pflicht zum Einsatz erneuer­barer Energien als auch von Ersatzmaßnahmen befreit werden.

Die Pflicht entfällt, wenn andere öffentlich-rechtliche Pflichten dem Gesetz entgegenstehen. Damit sind vor allem bau- oder denkmalschutzrechtliche Vorschriften gemeint, z.B. Auflagen für historische Innenstädte.

In Einzelfällen kann von den zuständigen Behörden eine Ausnahme von der Verpflichtung genehmigt werden, wenn der Einsatz erneuerbarer Energien technisch unmöglich ist oder im Einzelfall zu unzumutbarer Härte führt. Das muss beantragt und im Einzelfall entschieden werden.

Wie wird die Einhaltung des EEWärmeG überwacht?

Alle Verpflichteten, (die ein Wohngebäude ab dem 01. Januar 2009 errichten, für das der Bauantrag gestellt oder Bauvorlage ab diesem Zeitpunkt eingereicht wurde) müssen den Nachweis erbringen, dass die Anforderungen nach dem EEWärmeG erfüllt werden. Der Nachweis muss der zuständigen Behörde innerhalb von 3 Monaten nach Inbetriebnahme der Heizungsanlage vorgelegt werden und mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden. Ausnahmen hiervon gelten für Biomasse.

Bei gasförmiger und flüssiger Biomasse muss für die ersten 5 Jahre ab Inbetriebnahme der zuständigen Behörde bis zum 30. Juni des jeweiligen Folgejahres die Abrechnung des Brennstofflieferanten vorgelegt werden. Für die folgenden 10 Jahre jeweils mindestens 5 Jahre aufbewahrt und auf Verlangen vorgelegt werden.

Bei fester Biomasse (Scheitholz, Pellets) sind für die ersten 15 Jahre nach Inbetriebnahme jeweils mindestens 5 Jahre die Rechnungen des Brennstofflieferanten aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen.

Die zuständige Behörde (Baubehörde) kontrolliert die Erfüllung der Nutzungspflicht ebenso wie die Erfüllung der Nachweispflicht.

Wer kann den Nachweis ausstellen?

Dazu sind vorrangig Sachkundige berechtigt. Sachkundig ist jede Person, die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) Energieausweise ausstellen kann. Das sind Anlagenersteller, Fachbetriebe (z.B. der Kachelofenbauer, der den Pelletofen mit Solaranlage installiert hat), Architekten, Bauingenieure, Schornsteinfeger, usw.

Was geschieht bei Nichteinhaltung des EEWärmeG?

Wer vorsätzlich oder leichtfertig gegen die Nutzungspflicht erneuerbarer Energien sowie die Nachweispflichten (unrichtige oder unvollständige Angaben) verstößt, kann mit einer Geldbuße von bis zu 50.000,- Euro belegt werden.

Wo/wie finde ich Kachelofenbauer, die bei der Umsetzung/Realisierung der Anforderungen nach Anlagen nach dem EEWärmeG beraten und solche Anlagen bauen?

Zu Kontakten verhelfen die Innungen der Kachelofen- und Luftheizungsbauer, der Fachverbände und unter Fachbetriebe

Zusammenfassung

Die Kosten der Nutzung erneuerbarer Energien hängen stark von der gewählten Alternative und vom individuellen Energieverbrauch ab. Den erhöhten Investitionskosten für die Installation einer Anlage, die erneuerbare Energien nutzt, stehen Einsparungen bei den Brennstoffkosten, die sich jährlich wiederholen, gegenüber! Während Investitionskosten einmalig anfallen, reduziert sich die Brennstoffkostenrechnung, solange die Erneuerbare Energie-Anlage genutzt wird.

Bei der Nutzung von fester Biomasse (Scheitholz, Pellets) wird außerdem der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) neutralisiert. Das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 wurde beim Wachstum der Bäume aufgenommen und gespeichert. Somit ein CO2-neutraler Kreislauf!

Holznutzung stärkt die regionalen Waldbauern bei der unerlässlichen Pflege der Wälder und tut damit den Wäldern gut. Holz (auch als Holzpellets aus naturbelassenem Restholz ohne Zugabe von Bindemitteln) ist ein in der Region vorhandener Brennstoff mit einer hohen Verfügbarkeit, er ist sicher und kostengünstig auch bei kurzfristigem Bedarf greifbar. Durch die kurzen Transportwege hält sich die Umweltbelastung in Grenzen, was auch zu einem geringeren Kohlendioxidausstoß, Mitauslöser des EEWärmeG, beiträgt.

Erneuerbare Energien sind umweltfreundlich.

Wer erneuerbare Energien nutzt, stößt weniger schädliche Treibhausgase aus.

Das schützt die Atmosphäre und kommt dem Klima zugute.